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Wir haben für Sie eine Vorauswahl an redaktionellen Inhalten zusammengestellt, die von Mediengesellschaften, Verlagen, Börsendiensten und Finanzblogs bereit gestellt werden. Hier können Sie sich einen schnellen Überblick über die Themen verschaffen, die im Augenblick von öffentlichen Interesse sind.
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Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und den Finanzmärkten
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Aktuelle Nachrichten

Präsident fehlt bei WM: Wo ist Donald Trump?

Es wurde erwartet, dass US-Präsident Donald Trump die Fußball-WM in den USA als Bühne für sich selbst nutzt. Bisher ist von ihm beim Turnier aber keine Spur. Warum?Derzeit gibt es nur eine ungefähre Ahnung davon, wie Donald Trump bei dieser Fußball-WM in Erscheinung treten könnte. Für viele ist es eher eine Befürchtung. Der US-Präsident, der das Turnier nach der Vergabe als sein ganz persönliches Großereignis verkaufte, wird am 19. Juli den Pokal überreichen – und die Zeremonie möglicherweise wieder zu seinem Moment machen. Aber bis dahin? Noch ist es eine WM ohne Donald Trump.Als der US-Präsident im vergangenen Jahr im Weißen Haus eine Taskforce für die WM etablierte, freute er sich, dass ein weiteres „großes Ereignis“ während seiner Präsidentschaft stattfindet. Mit Fußballkenntnissen glänzte er dabei jedoch nicht. „Welche Mannschaft gilt derzeit als Favorit? Falls es so etwas überhaupt gibt (…)“, sagte er, an Fifa-Präsident Gianni Infantino gewandt. Infantino nannte daraufhin zunächst einige Favoriten für die damals noch anstehende Klub-WM. Und dann Argentinien, Brasilien, England, Deutschland und Spanien mit Blick auf die WM. Dass Infantino den USA erst auf Nachhaken eines Reporters und Trumps Chancen zusprach, schien den US-Präsidenten nicht so sehr zu stören. Auf die Frage, ob er sich Spiele ansehen werde, sagte er: „Ich würde auf jeden Fall gerne zu mehr als einem gehen.“ Mehr als ein Jahr später titelte das Portal „Politico“ in diesen Tagen: „Wie lange kann Donald Trump der Fußball-WM noch fernbleiben?“.Die BBC fragte in einem Kommentar nach dem Warum und erinnerte an den demokratischen Präsidenten Bill Clinton, der die Welt beim Eröffnungsspiel der WM 1994 in den USA mit warmen Worten begrüßt hatte. Obwohl er sich am Sonntag in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social offensichtlich zufrieden mit dem Verlauf und der Ausrichtung im eigenen Land zeigte, war Trump bislang nicht einmal im Stadion. Dafür kann es mehrere Gründe geben.Trumps TerminkalenderDer US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen etliche Termine, die für die Weltpolitik bedeutender sind als eine Fußball-WM. Kurz nach dem Eröffnungsspiel der US-Amerikaner gegen Paraguay (4:1) in Inglewood bei Los Angeles am 12. Juni tagten in Frankreich die G7-Mächte, zudem fielen die Verhandlungen mit dem Kriegsgegner Iran in diese Zeit. Ein US-Präsident hat von Amts wegen einfach viel zu tun.Allerdings hielten Trump weder Gipfel noch Krieg davon ab, zu seinem 80. Geburtstag einen professionellen Käfigkampf vor dem Weißen Haus zu veranstalten – am Wochenende nach der US-Partie. Hier stand der US-Präsident im absoluten Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie wäre es wohl in den Stadien gewesen?Die politische LandschaftBislang war Trump mit der WM immer in geschützten Räumen in Berührung gekommen. Etwa im Weißen Haus, als Infantino medienwirksam mehrfach zu Besuch gekommen war. Oder bei der Auslosung in Washington, als Trump von Infantino in einer befremdlichen Show den sogenannten Fifa-Friedenspreis entgegennahm. Ohne jeden Widerstand konnte Trump die Strahlkraft des Großereignisses für sich nutzen.Nach der Partie in Kalifornien spielten die US-Boys in Seattle gegen Australien (2:0) und erneut in Inglewood gegen die Türkei (2:3). Beide Städte sind klar demokratisch geprägt und Trump deshalb nicht zustimmend gesinnt. Als ranghöchstes Regierungsmitglied hatte Außenminister Marco Rubio die erste Partie verfolgt – dem Sender Fox zufolge in derselben Loge wie der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, der immer wieder für eine mögliche Kandidatur der Demokraten um die Präsidentschaftswahl 2028 gehandelt wird. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. war beim 2:0 gegen Australien in Seattle – und wurde ausgepfiffen. Möglicherweise vermied Trump also für ihn unbequeme Situationen. Wie die Menschen in den Stadien auf Bilder von Trump auf der großen Videoleinwand reagiert hätten, bleibt aber Spekulation. Wegen der vielen mitreisenden Fans ist das Publikum bislang sehr heterogen, auffällig ist aber immer wieder der ausgeprägte Patriotismus der heimischen Zuschauerinnen und Zuschauer. „USA! USA!“-Rufe hallen auch durch die Stadien, wenn das eigene Team gar nicht oder in dem Moment ganz woanders spielt.Wichtig ist die ganz große Bühne„Es geht ihm um das Hauptereignis – das WM-Finale. Denn dort sind die höchsten Einschaltquoten zu erwarten“, sagte der Politikstratege Federico de Jesus der BBC. Er verwies darauf, dass Trump beispielsweise den Super Bowl im vergangenen Jahr in New Orleans verfolgt habe, zuvor aber kein Spiel in der regulären Saison der American-Football-Liga NFL. Kurz vor der WM war er bei einem der Basketball-Finalspiele der NBA in der Halle der New York Knicks. Fußball hat es in den USA seit jeher schwer gegen Football, Basketball, Eishockey und Baseball.Dann also das WM-Finale. Dass die feierliche Übergabe des Pokals auch politisch als Schaubühne genutzt wird, ist nicht ungewöhnlich. Bei der WM 2022 in Katar war Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani auf dem Rasen dabei und ehrte das argentinische Weltmeisterteam um Superstar Lionel Messi.Und Trump hat schon Erfahrungen: Bei der Klub-WM im vergangenen Jahr hatten Infantino und Trump gemeinsam das Siegerteam des FC Chelsea geehrt. Anschließend hatte der US-Präsident für Verwunderung gesorgt, weil er entgegen der Tradition für das Siegerfoto mit den Fußballern auf dem Podium stehen blieb. Infantino wies ihm freundlich, aber bestimmt den Weg von der Bühne.

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Erstmals im WM-Achtelfinale: „Kanadische Helden“: Davies und Co. schreiben Geschichte

Ein Tor in der Nachspielzeit entscheidet das erste Sechzehntelfinale der WM-Geschichte. Kanadas Reise geht weiter. Ein Bayern-Star gibt nach einer Verletzungspause sein Comeback.Jesse Marsch wollte den größten Erfolg der kanadischen Fußball-Geschichte sofort mit dem ganzen Team genießen. „Die harte Arbeit, die meine Jungs geleistet haben, ihr Charakter, ihre Stärke, das macht sie zu kanadischen Helden. Ich bin so glücklich“, sagte der ehemalige Cheftrainer von RB Leipzig nach dem 1:0 im Sechzehntelfinale gegen Südafrika. Sofort nach Schlusspfiff hatte er alle zu einem Kreis auf dem Spielfeld versammelt. Comeback-Profi Alphonso Davies lauschte den Worten seines Coaches ebenso glücklich wie Torschütze Stephen Eustaquio, dem in der Nachspielzeit der lange zähen Partie das umjubelte Siegtor gelungen war.Erstmals hatte Co-Gastgeber Kanada bei einer WM die Gruppenphase überstanden und erstmals hat das Land nun auch ein K.o.-Spiel bei einer WM gewonnen. „Für die Kanadier, wo der Fußball ein bisschen am Kommen ist, bedeutet das wirklich sehr viel. Darauf können sie stolz sein“, sagte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger. Kanada als Co-Gastgeber spielt nur noch in den USAKleiner Wermutstropfen: Als Zweiter der Gruppe spielt Kanada trotz seiner Rolle als Co-Gastgeber nicht mehr vor den eigenen Zuschauern in Vancouver, sondern nur noch in den USA - so wie im Achtelfinale am 4. Juli in Houston, wenn es entweder gegen die Niederlande oder Marokko geht. „Es ist schade, dass wir das nicht in Vancouver vor unseren Fans hatten“, sagte Marsch, der sich auf ein Duell mit einem der beiden „Giganten“ freut. Es sei das Ziel gewesen, weit genug für ein solches Spiel gegen ein Schwergewicht zu kommen. Kanada habe nichts zu verlieren. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um das zu gewinnen.“Los Angeles als besonderer OrtNach der Ansprache im Mittelkreis („Ihr seid kanadische Helden“) küsste der US-Amerikaner Marsch immer wieder das kanadische Wappen auf seinem Pullover, die Spieler liefen im hochmodernen Los-Angeles-Stadion mit einer riesigen Kanada-Flagge eine Ehrenrunde. Kanada wurde in der WM-Historie zum ersten Team, das als Gastgeber zu einer Partie antrat, die nicht im eigenen Land stattfand.„Ich bin Amerikaner und stolz darauf, aber die Ideale und Charaktereigenschaften der Kanadier passen wirklich gut zu mir“, sagte Marsch, der das Team um Bayerns Außenverteidiger Davies im Mai 2024 übernommen hatte. Rang drei in der Nations League der CONCACAF war bislang der größte Erfolg - und zugleich der Beginn der langen Leidenszeit von Davies, der sich beim 2:1 im Spiel um Rang drei gegen die USA das Kreuzband riss. Und das im gleichen Stadion, in dem er nun - mehr als 15 Monate später - sein Comeback als Nationalspieler Kanadas gab.Davies erstes Spiel für Kanada seit dem KreuzbandrissDer Bayern-Profi hatte auch nach dem Kreuzbandriss weiter Verletzungspech. Eine Oberschenkelverletzung aus dem Champions-League-Halbfinale der Münchner gegen Paris Saint-Germain kostete ihn alle drei Gruppenspiele der WM. Gegen Südafrika brachte ihn Marsch dann in der 75. Minute, Davies brachte direkt Schwung auf links. Er avancierte laut FIFA zum 1000. Spieler, der bei dieser WM aufgelaufen ist.„Auf dem Feld zu stehen und mit den Jungs zu feiern, hat mir viel bedeutet“, sagte der Linksverteidiger, der für Kanada oft auch eine Reihe davor als Linksaußen zum Einsatz kommt. „Den Ball im Netz zu sehen, und dann mit dem Team zu feiern ist wirklich etwas Besonderes.“

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Pro und contra: Musiala in der Krise: Ist es richtig, dass der Bundestrainer an ihm festhält?

Die Geduld mit Jamal Musiala wird sich bei der WM noch auszahlen, meint stern-Reporter Christian Ewers. Nein, sagt sein Kollege Nico Schnurr, sie widerspricht dem Leistungsprinzip.

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Fußball-WM: Das war die WM-Nacht: Paris lockt Diomande, Gakpo spielt

Nur ein Spiel und das bereits mittags: Erstmals seit über zwei Wochen wird in der deutschen Nacht kein WM-Fußball gespielt. Einen Bundesliga-Star könnte es bald zum Champions-League-Sieger ziehen.Julian Nagelsmann ist sich der großen Bedeutung des K.-o.-Spiels der Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay bewusst. „Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit. Also müssen wir gewinnen“, sagte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz vor der Partie der WM-Zwischenrunde heute (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough auf die Frage eines brasilianischen Journalisten auf Englisch.Die DFB-Elf hat bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Dennoch gab es nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador viel Kritik an der Spielweise und der Einstellung. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Beweispflicht habe gegenüber anderen als Bundestrainer. Wir freuen uns, wenn alle Fans uns unterstützen“, sagte der 38-Jährige: „Aber in erster Linie geht es darum, dass wir uns so präparieren, dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen.“Das sind die weiteren wichtigen Themen der Nacht:Südafrika-Trainer Broos vertagt Zukunfts-EntscheidungHugo Broos hat seine Zukunft als Nationaltrainer von Südafrika nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale offen gelassen. „Ich denke, es ist nicht klug Entscheidungen zu treffen, wenn man enttäuscht ist. Also werde ich das auch nicht tun“, sagte der 74 Jahre alte Belgier nach dem 0:1 (0:0) gegen Co-Gastgeber Kanada in Inglewood.Vor der Endrunde hatte Broos noch angekündigt, dass nach der WM für ihn Schluss ist. Nach dem Einzug ins Sechzehntelfinale war er von diesem Plan aber ein wenig abgewichen. Man werde „sehen, wie es für mich weitergeht. Ich habe immer gesagt: Ja, das ist meine letzte Weltmeisterschaft. Das steht fest. Was in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird, hängt auch ein bisschen davon ab, wie Südafrika die Zukunft sieht“, sagte Broos.Koeman: Niederlande-Stürmer Gakpo gegen Marokko dabeiDie Niederlande wollen das Sechzehntelfinale auch für Angreifer Cody Gakpo gewinnen. Der Stürmer vom FC Liverpool hatte am Samstag öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war. Dennoch wird Gakpo in der Partie gegen Marokko im mexikanischen Monterrey am Dienstag (3.00 Uhr MEZ) dabei sein.„Es war eine sehr traurige Nachricht. Wir haben das getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen“, sagte Bondscoach Ronald Koeman. Er habe großen Respekt davor, dass Gakpo bei der Mannschaft geblieben sei. „Das zeigt, was ihm die Elftal bedeutet.“ Gegen Marokko wird Gakpo, der in den drei Gruppenspielen zwei Treffer erzielte, von Anfang an spielen. Der Kapitän verrät: So will Paraguay gegen DFB-Elf auftretenParaguays Kapitän Gustavo Gómez hat für das WM-Sechzehntelfinale gegen Deutschland einen kampfbetonten Auftritt angekündigt. „In den drei Spielen - unabhängig von den Ergebnissen - haben wir gezeigt, dass wir gut kämpfen können“, sagte der 33-Jährige. „Das wird morgen nicht anders sein. Das ist unsere Identität.“Paraguay qualifizierte sich als einer der acht besten Gruppendritten für das Sechzehntelfinale gegen das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann an diesem Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough bei Boston. Nach dem 1:4 zum Auftakt gegen Co-Gastgeber USA blieb das Team von Coach Gustavo Alfaro zweimal ohne Gegentor - beim 1:0-Sieg gegen die Türkei sogar trotz langer Unterzahl. Die Abwehr ist klar die Stärke der Südamerikaner.Berichte: Leipzigs Diomande mit Paris über Wechsel einigDer heiß begehrte Angreifer Yan Diomande von der Elfenbeinküste hat sich Medienberichten zufolge während der WM für einen Vereinswechsel von RB Leipzig zu Paris Saint-Germain entschieden. Laut den Sendern Sky und RMC sowie des Transfer-Experten Fabrizio Romano soll sich der 19-Jährige mit dem Champions-League-Sieger auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt haben.Damit der Wechsel nach der laufenden WM stattfinden kann, muss sich PSG noch mit Leipzig über die Ablösesumme einigen. Beide Clubs würden sich demnach bereits im Austausch befinden. An Diomande hatte dem Vernehmen nach auch der FC Liverpool großes Interesse gezeigt. Medienberichten zufolge soll RB ein Angebot der Reds über 100 Millionen Euro abgelehnt haben. Brasiliens Kapitän: Japan bloß nicht unterschätzenRekordweltmeister Brasilien lehnt die Favoritenrolle im Sechzehntelfinale gegen Japan ab. Es wäre „völlig falsch“, die japanische Mannschaft auch nur im Geringsten zu unterschätzen, sagte Kapitän Marquinhos vor dem K.-o.-Spiel heute (19.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) in Houston. „Sie hat sich mit starken Gegnern gemessen und in den vergangenen Spielen bewiesen, dass sie mit den ganz Großen mithalten kann.“Brasiliens Nationaltrainer Carlo Ancelotti hat seinen Plan mit Starspieler Neymar derweil nicht verraten. Neymar sei körperlich so weit, auch länger als nur 15 Minuten spielen zu können, sagte der Italiener: „Letztlich wird das aber vom Spielverlauf und der Situation abhängen, die uns im morgigen Spiel erwartet.“

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Fußball-Nationalmannschaft: Nagelsmann: Bei Niederlage gegen Paraguay ist „alles shit“

Der Bundestrainer steht unter Druck. Nach Kritik der vielen Experten muss gegen Paraguay ein Sieg her. Sonst ist bei der WM wieder zu früh Schluss. Nagelsmann schließt Veränderungen nicht aus.Julian Nagelsmann ist sich der großen Bedeutung des K.-o.-Spiels der Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay bewusst. „Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit. Also müssen wir gewinnen“, sagte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz vor der Partie der WM-Zwischenrunde heute (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough auf die Frage eines brasilianischen Journalisten auf Englisch. Die DFB-Elf hat bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Dennoch gab es nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador viel Kritik an der Spielweise und der Einstellung. Nagelsmann will die Kommentare von außen nun möglichst ausblenden.Keine „Beweispflicht“ als Bundestrainer„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Beweispflicht habe gegenüber anderen als Bundestrainer. Wir freuen uns, wenn alle Fans uns unterstützen. Wir freuen uns auch, wenn die Experten, die Kritiker, nach dem Spiel sagen, es war gut. Aber in erster Linie geht es darum, dass wir uns so präparieren, dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen“, sagte der 38-Jährige. Seit dem Turnierbeginn gibt es immer wieder viele Ratschläge von Experten wie Jürgen Klopp, Thomas Müller oder Lothar Matthäus. Im Besonderen ging es um die Rolle von Kapitän Joshua Kimmich als rechter Verteidiger oder einen möglichen Startelfeinsatz von Topstürmer Deniz Undav, der als Joker bislang dreimal traf. Vielsagende Antwort auf Druck-Frage„Tatsächlich geht es mir nur um die Mannschaft und unseren Erfolg“, versicherte der Bundestrainer. Auf die Frage, was die Kritik mit ihm selbst mache, antwortete er: „Das ist, glaube ich, wie bei jedem Menschen. Die Frage können Sie sich selbst beantworten. Und dann, glaube ich, ist dazu alles gesagt.“Seine Personalplanungen für das Paraguay-Spiel ließ Nagelsmann im Unklaren. Gerechnet wird mit einer Rückkehr des zuletzt angeschlagenen Nathaniel Brown als linker Außenverteidiger. Gegen Ecuador hatte ihn David Raum vertreten und eine schlechte Leistung gezeigt. „Am Ende müssen wir in der Kommunikation mit den Spielern und mit dem Trainerteam natürlich die Entscheidung treffen. Das werden wir auch tun. Es gibt taktische Überlegungen, ein bisschen was zu verändern, wie ich auch in die andere Richtung diskutiere, es alles identisch zu lassen, was die erste Elf angeht“, sagte Nagelsmann.

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Newsblog zur Fußball-WM: Brown steht gegen Paraguay zur Verfügung

DFB-Nationalspieler Nathaniel Brown dürfte in die Startelf zurückkehren. Lionel Messi bricht einen Uralt-Rekord. Alle WM-Nachrichten gibt es im stern-Newsblog.Die größte Fifa-Fußballweltmeisterschaft aller Zeiten läuft. 48 Mannschaften kämpfen bis zum 19. Juli in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko um den goldenen WM-Pokal.Auch die deutsche Nationalmannschaft macht sich Hoffnungen, den Weltmeistertitel nach 1954, 1974, 1990 und 2014 zum fünften Mal nach Hause zu holen. Die DFB-Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann hat die Gruppenphase überstanden und zieht ins Sechzehntelfinale ein.Lesen Sie im stern-Newsblog alle aktuellen Meldungen und Entwicklungen zur Fußball-WM 2026:

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Sieg gegen Südafrika: Kanada erreicht WM-Achtelfinale bei Davies-Comeback

Erstmals hat Kanada die Gruppenphase einer Fußball-WM überstanden - und steht nun sogar im Achtelfinale. Alphonso Davies gibt sein Comeback, Südafrika enttäuscht.Kanada um Rückkehrer Alphonso Davies hat erstmals in seiner Geschichte das Achtelfinale einer Fußball-WM erreicht. Gegen Südafrika gewann das Team um den Bayern-Star im ersten Sechzehntelfinale der WM-Geschichte 1:0 (0:0). Stephen Eustaquio erzielte in der Nachspielzeit das erlösende Tor und verhinderte eine Verlängerung (90.+2). Davies wurde im Los-Angeles-Stadion in der 75. Minute eingewechselt und spielte damit erstmals seit März 2025 wieder für Kanada. Damals hatte er sich im gleichen Stadion das Kreuzband gerissen. Der Jubel der kanadischen Fans unter den 69.237 Zuschauern war entsprechend groß.Nach dem Erfolg im ersten Auswärtsspiel für einen WM-Co-Gastgeber - Kanada hatte alle Gruppenpartien in Toronto und Vancouver ausgetragen - trifft das Team von Ex-Bundesliga-Trainer Jesse Marsch im Achtelfinale am 4. Juli in Houston entweder auf die Niederlande oder Marokko. Südafrika verabschiedet sich von der XXL-WM mit dem besten Abschneiden seiner Geschichte. Noch nie hatte das Land die Gruppenphase überstanden. Schwaches Niveau führt zu Buh-Rufen von den RängenFußballerisch war das erste Sechzehntelfinale des Turniers kein Leckerbissen. Kanada war in der ersten Halbzeit auch ohne Davies das spielbestimmende Team, konnte aus den wenigen Chancen aber nichts machen. Die besten vergaben Derek Cornelius, Moïse Bombito und Tajon Buchanan. Cornelius scheiterte nach einem Freistoß in der 22. Minute mit seinem schwachen Kopfball freistehend an Südafrikas Torwart Ronwen Williams. Der als einer von vier neuen in die Startelf gerückte Bombito überwand Williams dann nach einer Ecke zwar, der Ball wurde aber noch vor der Linie geklärt. Im Nachsetzen vergab Buchanan (44.).Südafrika war in Ballbesitz dagegen so ideenlos und vorsichtig, dass die Zuschauer in Südkalifornien schon früh die Geduld verloren und das Team auspfiffen. Zum Überstehen der Gruppenphase hatten Südafrika zwei Tore gereicht, gegen Kanada strahlte die Bafana Bafana lange gar keine Torgefahr aus. Jedes Mal, wenn es in die Nähe des kanadischen Strafraums ging, verzettelten sich Südafrikas Spieler und verpassten den Moment zum Abschluss. Bis zum ersten gefährlichen Torschuss dauerte es 62 Minuten. Oswin Appollis verzog jedoch aus etwa 18 Metern.Davies sorgt nach Einwechslung sofort für SchwungDie besseren Chancen hatte weiter Kanada. In der 65. Minute lief Tani Oluwaseyi auf Williams zu, den abgewehrten Ball klärte Mbekezeli Mbokazi in letzter Sekunde vor dem heranstürmenden Jonathan David. Kurz nach der Einwechslung von Davies hatten die Kanadier die nächste Gelegenheit, der Schuss von Promise David nach Vorarbeit des Bayern-Profis strich aber am Tor vorbei (76.). Als alles schon auf eine Verlängerung hindeutete, erlöste Eustaquio die Kanadier mit einem platzierten Flachschuss ins Eck. Für den 29-Jährigen war es praktisch ein Heimspiel, spielt er doch für Los Angeles FC in der Major League Soccer.

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US-Fußball: Berichte: Lewandowski vor Wechsel in die USA

Chicago Fire plant den nächsten Coup: Nach Bastian Schweinsteiger könnte nun Robert Lewandowski zum US-Club wechseln. Kommt in Leon Goretzka noch ein weiterer Ex-Bayer?Der Wechsel von Ex-Bayern-Star Robert Lewandowski (37) in die USA zu Chicago Fire steht laut Medienberichten unmittelbar bevor. Demnach haben sich der polnische Fußball-Nationalspieler und der Club aus der Major League Soccer auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. Die vorbereiteten Dokumente soll innerhalb der nächsten 24 Stunden unterschrieben werden. Der Stürmer soll zeitnah den Medizincheck absolvieren, hieß es bei Sky und „The Athletic“ weiter. Lewandowskis Vertrag beim FC Barcelona läuft am Monatsende aus. Der mehrmalige Bundesliga-Torschützenkönig ist schon länger im Visier von Chicago, für das die Verpflichtung der nächste namhafte Coup nach Bastian Schweinsteiger (2017-2019) wäre. Die WM in den USA, Mexiko und Kanada hatte Lewandowski mit Polen verpasst.Lewandowski könnte sein erstes Spiel am 16. Juli ausgerechnet gegen die Vancouver Whitecaps und seinen Ex-Bayern-Kollegen Thomas Müller (36) bestreiten. Am 23. Juli soll es in Miami zum Duell mit Weltstar Lionel Messi (39) kommen.Kommt es zur Wiedervereinigung mit Goretzka?In Chicago könnte Lewandowski vielleicht auf einen alten Bekannten treffen. Auch Nationalspieler Leon Goretzka (31), dessen Kontrakt beim FC Bayern München ebenfalls am kommenden Dienstag ausläuft, soll auf der Liste von Fire stehen. Goretzka spielt mit Deutschland bei der WM am Montag im ersten K.o.-Spiel gegen Paraguay. Interesse an dem Mittelfeldspieler soll es aber auch von einigen europäischen Top-Clubs geben.Mit der Verpflichtung von Lewandowski wäre laut „The Athletic“ aber kein Platz mehr frei für einen sogenannten „Designated Player“. Drei davon sind erlaubt, sie dürfen mit ihrem Gehalt über der erlaubten Grenze liegen. Allerdings fänden die Clubs auch dafür immer wieder Lösungsmöglichkeiten, hieß es. Neben Thomas Müller (36) spielt in Nordamerika unter anderem auch der ehemalige BVB-Profi Marco Reus (37) bei den LA Galaxy.

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Sechzehntelfinale: Wo läuft Deutschland – Paraguay im Free-TV und Livestream?

Deutschland startet bei der Fußball-WM in die K.o.-Phase. Der Gegner im Sechzehntelfinale ist Paraguay. So sehen Sie das Spiel im Free-TV und im Stream.Die Vorrunde bei der Fußball-WM hat Deutschland als Gruppensieger beendet und zieht damit erstmals seit dem WM-Titel 2014 wieder in die K.o.-Phase. Im neu eingeführten Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft heißt der Gegner Paraguay.Gegen das Team aus Südamerika gilt die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann als Favorit. Allerdings gab es zum Ende der Gruppenphase mit dem 1:2 gegen Ecuador einen herben Dämpfer für das DFB-Team. „Es wird jetzt natürlich ganz anders sein. Es geht um ein K.-o.-Spiel. Da geht es um alles, um eine Runde weiterzukommen oder nach Hause zu fahren. Das wissen die Spieler“, sagt Sportdirektor Rudi Völler.Deutschland wohl ohne große VeränderungenNagelsmann dürfte wohl so weit es möglich ist der Mannschaft vertrauen, die auch die Gruppenspiele bestritten hat. Außenverteidiger Nathaniel Brown ist wieder fit und dürfte für David Raum in die Startelf zurückkehren. In der Innenverteidigung wird wohl wie schon gegen Ecuador Antonio Rüdiger den verletzten Nico Schlotterbeck ersetzen.Paraguay hat als einer der Gruppendritten die K.o.-Runde erreicht. Bei seiner ersten WM-Teilnahme seit 16 Jahren gewannen die Paraguayer gegen die Türkei (1:0), trennten sich 0:0 von Australien und verloren ihr Auftaktmatch gegen Gastgeber USA (1:4). Das Spiel wird am Montag um 22.30 Uhr deutscher Zeit angepfiffen. Schauplatz ist das Boston-Stadion in Foxborough im US-Bundesstaat Massachusetts.Das ZDF zeigt das Spiel im Free-TV sowie im Livestream in der Mediathek. Die Sendung beginnt bereits um 18 Uhr, vor dem deutschen Spiel wird noch die Partie zwischen Brasilien und Japan gezeigt. Im Zweiten moderiert Katrin Müller-Hohenstein, als Experten sind die Ex-Nationalspieler Per Mertesacker und Christoph Kramer, Ex-Trainer Christian Streich sowie die Trainerin Friederike Kromp dabei. Kommentator beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft ist Oliver Schmidt.Wie alle anderen Spiele der Weltmeisterschaft ist auch die deutsche Partie zudem beim Pay-TV-Anbieter Magenta TV zu sehen. Dort kommentiert Wolff-Christoph Fuss.

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Fußball-Nationalmannschaft: „Messer am Hals“: Paraguay-Plan mit Gerangel im Mittelkreis

Paraguay ist keine Fußball-Übermacht. Aber es gibt vor dem K.-o.-Duell der DFB-Elf Zweifel. Reicht die Physis? Zündet die Zauberabteilung? Für den Bundestrainer darf sich ein Kreis nicht schließen.Julian Nagelsmann schlenderte gerade über den Platz und schaute sich ganz genau die ersten Übungen von Manuel Neuer bei den Torwartübungen an, da herrschte im Mittelkreis ein großes Gerangel. Als wilde Horde liefen Kapitän Joshua Kimmich und seine Kollegen im Spry Stadium beim Abschlusstraining durcheinander. Schubsen, standhaft bleiben, die Physis stärken - und dabei lachen. Mittendrin war auch Nathaniel Brown, der zuletzt angeschlagen fehlte. Auch der Youngster scheint startklar.Sinn und Zweck der Übung mit viel Körperkontakt waren leicht erkennbar: Wir sind bereit für Paraguay. Wir halten dagegen, wenn es darauf ankommt. Das suggerierten der Bundestrainer und seine WM-Kräfte vor dem ersten K.-o.-Spiel der Fußball-Nationalmannschaft bei einer WM seit dem Titelgewinn von Rio de Janeiro vor zwölf Jahren am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough.Deutschland ist wieder auf dem FIFA-Tableau für die Alles-oder-nichts-Spiele. Jetzt, bitte schön, Schluss mit allen Zweifeln. Rudi Völler hatte schon den Ton gesetzt - allerdings noch ungewöhnlich defensiv. „Ich glaube nicht, oder ich hoffe nicht“, sagte der DFB-Sportdirektor. Die Frage lautete, ob man sich nach dem tabellarisch belanglosen, aber fußballerisch beunruhigenden 1:2 zum Gruppenabschluss gegen Ecuador gegen das nächste Mentalitäts-Team aus Südamerika Sorgen machen müsse.Völler spricht von „Glaube“ und „Hoffnung“Nach den Vorrunden-Desastern 2018 und 2022 soll der WM-Traum auf keinen Fall schon wieder viel zu früh enden. „Glaube“ und „Hoffnung“, diese Begriffe prägten Völlers Ausführungen. Nicht Optimismus oder Siegesgewissheit. Wer richtig selbstbewusst ist, wie die Argentinier mit dem WM-Rekordtorschützen Lionel Messi oder die traumwandlerisch treffenden Franzosen, der spricht nicht mit so vielen Einschränkungen über den angestrebten Erfolg.Dabei sollte Völler in seinem Spezialgebiet aktiv sein, als Mutmacher für die deutschen WM-Interessen und Anwalt von Nagelsmann. Ein Sieg gegen den Weltranglisten-37. Paraguay und der viel besungene WM-Zug nimmt ganz sicher wieder an Tempo auf - diese Botschaft blieb eher im Vagen.Viel drastischer hatte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig im Interview bei MagentaTV die offenbar angespannte Gemütslage beschrieben. „Wir wissen, dass wir nun das Messer am Hals haben in den K.o.-Spielen“, sagte der 63-Jährige. So viel öffentliche Verbal-Dramatik ist nicht im Interesse Nagelsmanns, für den in seinem 37. Länderspiel sehr viel auf dem Spiel steht. Nach Joachim Löw 2018 und Hansi Flick 2022 dürfte ein Bundestrainer nach einer krassen WM-Enttäuschung wohl kein drittes Mal bleiben.Foxborough als Startpunkt, nicht als EndpunktFür Nagelsmann könnte sich zur Unzeit ein Kreis schließen. In Foxborough hatte er unweit des WM-Stadions 2023 die Nationalmannschaft auf seine ersten Länderspiele als Bundestrainer vorbereitet. Wie lange das schon her ist, belegt die Tatsache, dass die heutigen TV-Experten Thomas Müller und Mats Hummels damals noch zu den Spielern in seinem ersten Kader zählten.Auch Völler stand damals mit einem Trikot der New England Patriots am Trainingsplatz. Jetzt muss er die Ablenkungen durch den US-Sport DFB-Boss Bernd Neuendorf überlassen, der beim Baseball-Spiel der Boston Red Sox gegen die New York Yankees den symbolischen ersten Ball werfen sollte. Völler hat andere Themen. Die paar Prozentpunkte, die gegen Ecuador angesichts der geklärten Ausgangslage fehlten, die würden jetzt schon wiederkommen, versicherte er. „Es wird jetzt natürlich ganz anders sein. Es geht um ein K.-o.-Spiel. Da geht es um alles, um eine Runde weiterzukommen oder nach Hause zu fahren. Das wissen die Spieler“, sagte er.Völlers Ansage an Wirtz, Musiala und Havertz: „Liefern“Ohne jede Einschränkung nahm der Weltmeister von 1990 seine späten Nachfahren in der DFB-Offensive in die Pflicht. Kai Havertz und im Besonderen Jamal Musiala und Florian Wirtz, die Zauberer in Kurzarbeit, müssen nun „zünden“, forderte der 66-Jährige. „Um die ganz großen Ziele zu erreichen, müssen diese Spieler liefern. Sie wissen auch, dass noch Luft nach oben ist“, sagte Völler. „Jetzt geht die WM richtig los“, verkündete er. Eine weitere Völler-Forderung: weniger Ballverluste im Mittelfeld. Diese Schwachstelle hätten die Gegner erkannt. Und in Paraguay wartet ein Team, das sich genau darauf ausrichten wird. Da muss man gegenhalten können. Also Kimmich von hinten rechts in die Zentrale vorziehen? Kein Thema, meinte Völler. Personell sorgt die Rückkehr von Linksverteidiger Brown nach Adduktorenproblemen für Erleichterung.Elf Siege, aber kein Sieg-SelbstverständnisDie Dramaturgie ist durchaus speziell. Ein einziger missratener Nachmittag gegen Ecuador hat gereicht, um die Grundstimmung wieder zu ändern. Zuvor elf Siege in Serie wiegen die Sorgen nicht auf. Die Nationalmannschaft bleibt unter Nagelsmann ein Konstrukt latenter Zweifel.Rettig versicherte, dass man gegen Paraguay das Slowakei-Gesicht zeigen werde, nicht das Ecuador-Gesicht. Er meinte damit das 6:0 zum Abschluss der WM-Quali im November, vergaß aber womöglich, dass es zwei Monate zuvor ein verstörendes 0:2 gegen die Slowaken in Bratislava gegeben hatte. Welches Slowakei-Gesicht wird die DFB-Elf also zeigen gegen Paraguay?Den konstruktiven Ton gab Kimmich vor: „Wir müssen die Dinge ansprechen, die wir nicht gut gemacht haben. Das wird der Trainer auch sicherlich tun. Und dann müssen wir unsere Schlüsse daraus ziehen.“ Für den Kapitän steht viel auf dem Spiel. Endlich darf er bei einer WM in einem K.-o.-Spiel ran. Da hätte er sich eine optimistischere Grundstimmung gewünscht.Bei einem Ausscheiden vor dem Achtelfinale wäre der Gruppensieg kein Plus-Argument mehr. Wieder wäre das Kimmich-Deutschland nicht mehr dabei, wenn die letzten 16 Teams den WM-Titel ausspielen.Paraguay-ErinnerungenAber Paraguay ist keine Fußball-Großmacht, kam nur als Gruppendritter hinter den USA und Australien weiter. Aber Paraguay weckt bei Völler Erinnerungen. Bei der WM 2002 waren die Südamerikaner auch der erste deutsche K.o-Gegner. Im Jeju World Cup Stadium von Seogwipo. In Südkorea erzielte Oliver Neuville in der 88. Minute den erlösenden Siegtreffer im Achtelfinale. „Da könnte ich diesmal auch sehr gut mit leben“, sagte Völler. Prinzip Hoffnung, Hauptsache weiter.

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Fußball-Nationalmannschaft: Auch Brown bereit für Paraguay: „Jetzt geht's richtig los“

Das ist ein gutes Signal: Julian Nagelsmann kann fürs erste K.-o.-Spiel gegen Paraguay wohl mit allen Spielern planen. Auch Brown ist nach seiner Pause gegen Ecuador beim Abschlusstraining dabei.Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist zumindest personell bestens gewappnet für den Start in die entscheidende WM-Phase. Außenverteidiger Nathaniel Brown stand auch beim letzten Training vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay an diesem Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Winston-Salem auf dem Platz. Auch er dürfte Bundestrainer Julian Nagelsmann damit für die Partie in Foxborough zur Verfügung stehen. „Wir hoffen alle, dass es funktioniert“, hatte Sportdirektor Rudi Völler bereits am Vortag gesagt, als der 23 Jahre alte Brown nach Adduktorenproblemen zum Start der kurzen Vorbereitung auf Paraguay ins Teamtraining zurückgekehrt war. Zurück zur Siegerelf - bis auf Schlotterbeck Der Frankfurter WM-Neuling sollte gegen Paraguay wieder für David Raum in die Startelf kommen, der beim 1:2 gegen Ecuador einer der Schwachpunkte war. Völler nannte die sportliche Entwicklung von Brown „atemberaubend“. Erwartet wird, dass Nagelsmann bis auf den am Fuß verletzten Nico Schlotterbeck, für den Antonio Rüdiger im Abwehrzentrum verteidigen wird, ansonsten wieder die Aufstellung der beiden gewonnenen Gruppenspiele gegen Curaçao und die Elfenbeinküste wählen wird. „Jetzt geht die WM richtig los“, sagte Völler zur K.-o.-Phase. Der 66-Jährige verbreitete Zuversicht auf das Weiterkommen. „Der Glaube ist da.“ Gegner im Achtelfinale wäre dann am kommenden Samstag in Philadelphia Frankreich oder Schweden.

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Grand Prix in Österreich: Russell bei Hitze-Spektakel in Spielberg vor Verstappen

Mercedes gewinnt in Österreich das siebte von acht Rennen der Formel-1-Saison. Der Brite George Russell nutzt seinen ersten Startplatz. Dahinter schenken sich zwei Ex-Weltmeister nichts.Nach seinem Spektakelsieg in der Gluthitze von Spielberg hatte George Russell nur einen Wunsch. „Ich freue mich sehr auf einen Drink“, sagte der britische Mercedes-Fahrer nach seinem zweiten Triumph in dieser Formel-1-Saison. Der Schweiß tropfte dem Briten bei Temperaturen von mehr als 34 Grad im Schatten vom Kinn, die enormen Strapazen des packenden Großen Preises von Österreich waren dem 28-Jährigen anzusehen. Ausgerechnet an diesem heißen Sommertag funktionierte sein Trinksystem im Auto nicht, trotzdem gelang den Silberpfeilen im achten Rennen der siebte Erfolg des Jahres.Nur mit Mühe konnte Russell den überraschend starken Max Verstappen auf Abstand halten. Der viermalige Weltmeister schaffte ausgerechnet beim Heimspiel seines Red-Bull-Teams in der Steiermark sein bestes Ergebnis in diesem Jahr. Auch dank technischer Verbesserungen hatte der Niederländer im Ziel nur 1,6 Sekunden Rückstand. „So knapp hinter dem Sieger Zweiter zu werden, darüber bin ich sehr glücklich“, sagte Verstappen: „Es war ein sehr gutes Rennen für uns, die ersten paar Runden haben richtig Spaß gemacht.“WM-Führender am Anfang „zu aufgeregt“Dritter wurde im zweiten Mercedes Kimi Antonelli, der nur 0,3 Sekunden hinter Verstappen ins Ziel kam. Der 19-jährige Italiener behält so auch die Führung in der Gesamtwertung und liegt nun 40 Punkte vor dem neun Jahre älteren Russell, der sich im Titelkampf zurückmeldete. „Zu Beginn des Rennens war ich zu aufgeregt und habe zu viele Fehler gemacht“, sagte Antonelli: „Ich hatte Probleme mit den Bremsen, bin aber schließlich doch noch herangekommen.“Rekordweltmeister Lewis Hamilton verlor seinen zweiten Rang, weil er es in Spielberg nach starkem Start nur auf den fünften Platz schaffte. Erneut ohne Punkte blieb der einzige Deutsche. Nico Hülkenberg musste sich im Audi mit Platz zwölf begnügen.Mehr als 50 Grad heißer AsphaltRussell verteidigte seinen ersten Startplatz souverän und hielt die Konkurrenz auf Abstand. Die Pole hatte sich der 28-Jährige einen Tag zuvor nicht unumstritten gesichert und einen Unfall von Red-Bull-Star Verstappen genutzt. Während der viermalige Weltmeister von der Strecke flog, beendete Russell noch seine schnellste Runde. Die Situation wurde von den Rennkommissaren untersucht, Russell konnte aber kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.Hinter dem Mercedes-Fahrer ging dessen Ex-Teamkollege Hamilton auf die Verfolgung. Der 41-Jährige hatte vor zwei Wochen den ersten Sieg im Ferrari geschafft und zeigte sich in der Steiermark zu Beginn erneut stark. Dahinter folgten Verstappen und WM-Spitzenreiter Antonelli auf dem mehr als 50 Grad heißen Asphalt schnell mit einem kleinen Abstand.Heißestes Formel-1-Rennen in Österreich jemalsErbarmungslose Hitze mit Temperaturen weit jenseits der 30 Grad stellte die Rennställe und Fahrer vor große Herausforderungen. Schon Tage vor dem heißesten Rennen in der 63-jährigen Formel-1-Geschichte Österreichs hatte es vom Automobil-Weltverband Fia eine Hitzewarnung gegeben. Dadurch war für die Piloten auch der Einsatz von Kühlwesten erlaubt. Über 50 Grad Celsius wurde es in den Cockpits heiß - trotzdem verzichteten viele Fahrer auf den Einsatz der speziellen Kühlung, die mit Flüssigkeit in einem Schlauchsystem unter dem Rennanzug funktioniert. Einem Teil der Piloten zufolge sei das System für sie nicht ausgereift genug und bringt nur kurze Zeit Abkühlung, zudem würden sie zusätzliche Teile im sehr engen Cockpit stören.Verstappen und Hamilton mit hartem DuellAusgestattet mit einigen technischen Verbesserungen an seinem Red Bull und unbeeindruckt vom Crash am Samstag attackierte Verstappen Hamilton. Rad an Rad fuhren die beiden Ex-Champions spektakulär über den welligen Kurs und schenkten sich keinen Zentimeter. Kurz darauf holte sich Hamilton frische Reifen, an der Spitze lag Russell derweil komfortabel vor Verstappen.Das richtige Reifenmanagement war vor rund 100.000 Zuschauern auf dem Red-Bull-Ring entscheidend. Auch Verstappen kam schon nach 19 von 71 Runden an die Box, um neue Gummis aufziehen zu lassen. Für Mercedes, das die ersten sechs WM-Läufen für sich entschieden hatte, bedeutete das eine doppelte Führung, ehe auch Russell das erste Mal zum Reifenwechsel stoppte.Verstappen übernimmt die FührungUnter dem Jubel der Fans zog Verstappen wieder sehenswert an Hamilton vorbei und schob sich auf einen Podestplatz. Davor spulte Russell dank des überlegenen Mercedes-Motors die schnellsten Runden ab. Weil Carlos Sainz seinen defekten Williams unfreiwillig abstellen musste, sorgte eine virtuelle Safety-Car-Phase für kurze Entspannung. Danach klagte Antonelli über Probleme an den Bremen, Hamilton beschwerte sich über zu wenig Leistung und rutschte auf Rang sechs nach hinten. Ganz vorn stürmte Verstappen Runde für Runde immer näher an Russell heran und trieb ihn vor sich her. Der Brite bog zum nächsten Reifenwechsel an die Box an, Verstappen übernahm erstmals die Spitze, ehe er selbst 20 Runden vor Schluss ein zweites Mal frische Pneus bekam. Mit dem harten Reifen nahm er Russell zunächst Sekunden um Sekunde ab, kam aber nicht mehr vorbei.

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Weg zum Finale: Warum Deutschland es schwerer hat als andere Teams

Nach der Vorrunde zeichnet sich der weitere Turnierverlauf bei der Fußball-WM deutlicher ab. Deutschland könnte bald auf einen Top-Favoriten treffen, andere haben mehr Glück.Die Vorrunde bei der Fußball-WM ist gespielt, ab jetzt geht es nur noch ums Gewinnen oder Verlieren. Im neu geschaffenen Sechzehntelfinale trifft die deutsche Mannschaft auf Paraguay. An den Titel ist nach der Leistung im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador kaum zu denken – und ohnehin scheint der Weg dorthin schwieriger als für manche andere Mannschaften im Turnier.Als Gruppensieger sortiert sich Deutschland in einer Hälfte des Turnierbaums ein, in der sich gleich mehrere Teams wiederfinden, die allgemein zu den (Mit-)Favoriten gezählt werden. Während Paraguay im Sechzehntelfinale noch eine definitiv lösbare Aufgabe darstellt, könnte danach ein Kracher warten.Deutschland könnten einige Klassiker im Turnierverlauf erwartenSchon im Achtelfinale könnte der Gegner Frankreich heißen – das Team mit dem stärksten Kader bei dieser Weltmeisterschaft. Die Franzosen, zuletzt zweimal hintereinander im WM-Finale, treffen in der Zwischenrunde auf Schweden.In einem solchen Duell wäre das DFB-Team Außenseiter. Sollte die Mannschaft von Julian Nagelsmann aber auch diese Hürde nehmen, wäre im Viertelfinale ein Aufeinandertreffen unter anderem mit den Niederlanden oder Marokko möglich – ebenfalls zwei hoch eingeschätzte Mannschaften. Im Halbfinale ist Spanien ein möglicher Gegner.Argentinien entgeht bei der Fußball-WM HammergegnernGleichzeitig gibt es andere Länder, die zumindest nominell einen leichteren Weg bis zum Finale haben. Titelverteidiger Argentinien beispielsweise bliebe bis zum Halbfinale von großen Namen verschont: Der Weltmeister spielt zunächst gegen Fußballzwerg Kap Verde, im Achtelfinale würde es dann gegen Australien oder Ägypten gehen. In einem möglichen Viertelfinale würde der Gegner Schweiz, Algerien, Kolumbien oder Ghana heißen. Frühestens im Halbfinale wäre für Messi und Co. mit England oder Brasilien ein echter Hammergegner denkbar.Klar ist allerdings: Wer Weltmeister werden will, muss auch die stärksten Gegner im Turnier schlagen. Und auch kleinere Nationen haben schon in der Vorrunde gezeigt, dass sie nicht per se zu unterschätzen sind.

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Wimbledon: Titelanwärter mit Rasen-Handicap? Zverev überrascht

Alexander Zverev niest. Hat sich der French-Open-Sieger erkältet? Nein, erklärt der beste deutsche Tennisspieler - und überrascht vor dem Rasenklassiker in Wimbledon mit seiner Erklärung.Im Schatten der hintersten Ecke seines Wimbledon-Trainingsplatzes ließ sich French-Open-Sieger Alexander Zverev auf den Rasen sacken. Kräftig schnäuzte er sich in sein Handtuch, lachte dann mit seinem Trainingspartner Andrej Rubljow. Seinem Vater reichte er die Hand, damit dieser ihm vom Boden aufhalf, bevor es weiterging. Mit seiner Erstrundenpartie gegen den Belgier beginnt am Dienstag (14.00 Uhr/Prime Video) im Südwesten Londons Zverevs angestrebter Weg zum Titel-Doppelpack auf Grand-Slam-Ebene. Zweifel, wie es ihm vor dem ersten von erhofften sieben Auftritten geht, wischte Zverev beiseite.„Mir geht's super. Es ist einfach nur ein Problem, dass wir auf Rasen spielen, und ich eine Rasenallergie habe. Die habe ich ja jedes Jahr“, sagte der 29-Jährige. Eine Rasenallergie war in den vergangenen Jahren jedoch kein Thema gewesen. Nun sprach er mit angeschlagener Stimme und überraschte mit dieser Aussage. Unmittelbar zuvor hatte Zverev seinen angefangenen Satz unterbrochen und geniest, als er auf die Frage einging, ob sich seine Wimbledon-Teilnahme als Grand-Slam-Sieger anders anfühle.Zverev nach lang ersehntem Traum: „Man lebt einfach weiter“Drei Wochen ist sein Fünf-Satz-Krimi im Pariser Sandplatz-Finale gegen den Italiener Flavio Cobolli her. Mit „mehr Freude“ und „mehr Freiheit“ geht Zverev dadurch seinen nächsten Anlauf auf Rasen an. „Es fühlt sich schon anders an“, bekannte der Tokio-Goldmedaillengewinner, weil er wisse, dass er einen Grand-Slam-Titel gewonnen, er sein großes Ziel geschafft habe.Es sei aber nicht so, dass sich - wie wohl viele Menschen denken würden - das Leben als Grand-Slam-Sieger verändere. Es gebe „natürlich eine gewisse innere Zufriedenheit“, erklärte der Weltranglisten-Dritte. Aber abgesehen davon habe sich sein Leben nicht groß verändert. Er genieße es weiterhin, mit Freunden Golf zu spielen oder mit seiner Tochter Mayla in den Kinderclub zu gehen. „Man lebt einfach weiter“, sagte der Hamburger.Becker erklärt Titel-Konsequenzen In Wimbledon ist der deutsche Tennisstar die Nummer zwei der Setzliste. Hinter Top-Favorit und Titelverteidiger Jannik Sinner, der bis zu seinem Einbruch in der Hitze von Paris nach der Handgelenksverletzung seines spanischen Rivalen Carlos Alcaraz die Saison klar dominierte. Bisher ist Zverev beim Rasenklassiker deutlich weiter entfernt geblieben vom Triumph als bei den anderen drei Grand-Slam-Turnieren. Ein Viertelfinale fehlt in der Statistik. Warum? Verstehe er auch nicht, sagte Tennisikone Boris Becker.Vielleicht mache der Pariser Erfolg jetzt den Unterschied. Die Pluspunkte daraus erklärte Becker in seinem gemeinsamen Podcast mit Andrea Petkovic so: „Die Spieler schauen ihn anders an. Er selber fühlt sich als besserer Spieler.“ Die Voraussetzungen seien so gut wie vielleicht noch nie.Zverev mit körperlichen Problemen vor Wimbledon In der Vorbereitung lief jedoch nicht alles glatt für Zverev. In seinem Halbfinale im westfälischen Halle ließ er sich den Rücken einrenken. Und der Diabetiker hatte „extremst Probleme“ mit seinem Zucker. Sein Sensor hatte kurz vor dem Match einen zu hohen Zuckerwert angezeigt - und er sich deswegen zu viel Insulin gespritzt. Auf die Frage, ob er deswegen etwas verändert habe, entgegnete Zverev: „Das Unternehmen untersucht den Vorfall, geht der Sache auf den Grund.“ Er nutze den Sensor seit zehn oder elf Jahren. „Das ist das erste Mal, dass so etwas passiert ist. Bei mir ist es leider während eines Tennismatches passiert, bei dem ich körperlich ohnehin schon erschöpft bin. Natürlich war der Erschöpfungsgrad einfach zu hoch für mich.“Der 21 Jahre Blockx soll kein Stolperstein werden. Der Aufstieg des Belgiers war in der Sandplatz-Saison schnell vorangeschritten. Zverev ließ ihm aber zweimal keine Chance - im Halbfinale von Madrid ebenso wie in der dritten Runde von Rom. Für das dritte Duell innerhalb von knapp zwei Monaten mit dem Weltranglisten-37. fühlt sich Zverev bereit - und auch für mehr.Zverev mit Respekt vor Erstrunden-Gegner„Ich habe das Gefühl, dass ich gut vorbereitet bin“, sagte er. „Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment gutes Tennis spiele.“ Dennoch warnte der beste deutsche Tennisspieler eindringlich vor der Aufschlagstärke des jungen Belgiers, sie könne auch zu seinem Ausscheiden führen. „Ich spiele wieder gegen jemanden, der mit 230 (km/h) aufschlägt. Dann kommt er und serviert 45 Asse gegen mich“, sagte Zverev, „dann sitze ich hier am Dienstag und sage, ist halt scheiße gelaufen. Aber das kann auf Rasen immer mal passieren.“

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Leroy Sané: Kein DFB-Spieler polarisiert so wie er. Jetzt soll er Nagelsmanns Plan retten

Leroy Sané ist Flügelstürmer und neuerdings auch Rechtsverteidiger. Das überfordert ihn – und das größte Problem im deutschen Spiel bleibt ungelöst. 

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Boxen: Plötzlich Weltmeister: Kabayel schreibt Box-Geschichte

Agit Kabayel gelingt Historisches: Der Bochumer krönt sich zum ersten deutschen Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling. Ohne Kampf. Das versteht nicht jeder.Der Bochumer Boxer Agit Kabayel wollte im Spanien-Urlaub entspannen - doch plötzlich herrscht in der Urlaubsidylle Trubel. Der 33 Jahre alte Sportler erhielt eine der schönsten Nachrichten seines Lebens: Er ist vom Weltverband WBC zum Schwergewichts-Weltmeister ernannt worden. Er ist jetzt der erste deutsche Champion in der Gewichtsklasse der schweren Männer seit 1932. „Unbeschreiblich, wirklich, mir fehlen die Worte“, sagte er bei Instagram. „Nach knapp 95 Jahren der erste Schwergewichts-Weltmeister nach Max Schmeling, der erste kurdische Schwergewichts-Weltmeister. Es ist wirklich unbeschreiblich“, schwärmte er. „Historischer Tag für den Boxsport in Deutschland“Kabayels Box-Promoter aus England sprachen von einem „historischen Tag für den Boxsport in Deutschland“. WBC-Präsident Mauricio Sulaiman gratulierte Kabayel persönlich in einem Video-Anruf. Möglich wurde der kampflose Erfolg, da der aktuell beste Schwergewichtler Oleksandr Usyk seine drei Titel niederlegt hatte. Usyk war das Kunststück gelungen, die Titel der konkurrierenden Boxverbände miteinander zu vereinen. Statt des erwarteten Duells zwischen Kabayel und Usyk in Deutschland im Herbst, ließ der Ukrainer noch offen, was er zukünftig macht. Nach eigenen Angaben will er sich noch nicht komplett zurückziehen. In den vergangenen Monaten hatte Kabayel das Duell immer wieder lautstark gefordert, zuletzt im Trikot der Fußball-Nationalmannschaft bei Usyks Kampf in Ägypten, als der Ukrainer kurz zuvor vom niederländischen Kickboxer Rico Verhoeven an den Rand der Niederlage gebracht worden war. Im Februar hatte der Verband WBC den Kampf zwischen Kabayel und Usyk angeordnet, weil Usyk immer andere Pläne hatte.„Natürlich wäre es schön gewesen. Aber ich glaube, Usyk sucht mit 39 die sportliche Herausforderung nicht mehr. Es ist nicht leicht, vom Jäger zum Gejagten zu werden. Vielleicht will er in seinem Alter nicht mehr gejagt werden und hat diesen Spirit nicht mehr“, hatte Kabayel dem Sender ntv gesagt. Kabayel bekam den Gürtel zugesprochen, weil er sich Anfang 2025 den Interims-WM-Titel nach einem K.o. gegen den Chinesen Zhilei Zhang gesichert hatte. Er stand also sozusagen in der Pole-Position als Herausforderer. Im Januar verteidigte er diesen Gürtel in Oberhausen vor elektrisierender Kulisse erfolgreich gegen den Polen Damian Knyba.Ex-Profi Schulz bedauert das kampflose ZustandekommenAxel Schulz freute sich für Kabayel, aber bedauerte auch, dass der Titel kampflos zustande gekommen sei. „Es ist schade für Agit, weil er die letzten drei Kämpfe sensationell bestritten hat. Das waren Bewährungsproben, die er eindrucksvoll gelöst hat“, sagte der 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Kampflos Weltmeister zu werden, ist ein bisschen ungünstig.“Im Profiboxen gibt es mehrere konkurrierende Weltverbände, die jeweils eigene Weltmeister küren. Durch die vielen Boxverbände und teils undurchsichtigen Titel verstehe man die Regeln nicht mehr, kritisierte Schulz. Zudem brauche es wieder einen Sender, der regelmäßig für viele ohne Zusatzkosten und leicht zugänglich Boxkämpfe überträgt. Usyk sei die unangefochtene Nummer eins gewesen, meinte Ex-Profi Schulz. „Dass er die Titel niederlegt, ist traurig.“ Er hätte sich gegen Kabayel stellen müssen, befand Schulz. Nun sei es wichtig, dass Kabayel einen guten nächsten Gegner bekomme. Das ist die große Frage: Wird Kabayel weiterhin im Herbst in einer großen Arena wie in Düsseldorf oder Gelsenkirchen kämpfen? Und wie namhaft wird der Gegner? Das Management teilte auf dpa-Anfrage mit, dass es Gespräche mit dem Verband geben werde. „Das Ziel ist weiterhin klar: Agit möchte noch im Herbst in Deutschland kämpfen, bestenfalls einen sehr, sehr großen Kampf machen.“Bis dahin wird er die Freudenbotschaft in der Sonne Spaniens weiter genießen. Der Weg bis dahin war nicht leicht. Der aktuell in 27 Profiduellen ungeschlagene Profi kämpfte in Deutschland mit Akzeptanzproblemen, betonte immer wieder: „Wenn Deutschland es irgendwann akzeptiert, dass ein Agit Kabayel auch Deutsch sein kann, dann können wir große Meilensteine setzen.“Er brauche noch Zeit, um das Ganze zu realisieren. Nach 16, 17 Jahre harter Arbeit sei er am Ziel angekommen. Und das bei einem Jungen, an den niemand geglaubt habe. „Ich glaube, die meisten haben mir nicht mal zugetraut, dass ich deutscher Meister werden kann im Schwergewicht“, sagte er. „Und jetzt stehen wir in den Geschichtsbüchern drin mit Muhammad Ali, Mike Tyson, Lennox Lewis.“

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Newsblog zur Fußball-WM: Lionel Messi stellt den nächsten WM-Rekord auf

Lionel Messi bricht einen Uralt-Rekord. Treffer tief in der Nachspielzeit bringt Österreich eine Runde weiter. Alle WM-Nachrichten gibt es im stern-Newsblog.Die größte Fifa-Fußballweltmeisterschaft aller Zeiten läuft. 48 Mannschaften kämpfen bis zum 19. Juli in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko um den goldenen WM-Pokal.Auch die deutsche Nationalmannschaft macht sich Hoffnungen, den Weltmeistertitel nach 1954, 1974, 1990 und 2014 zum fünften Mal nach Hause zu holen. Die DFB-Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann hat die Gruppenphase überstanden und zieht ins Sechzehntelfinale ein.Lesen Sie im stern-Newsblog alle aktuellen Meldungen und Entwicklungen zur Fußball-WM 2026:

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Vor Spiel gegen DFB-Team: Paraguays Kapitän voller Pathos: „Es ist noch nicht vorbei“

Bei seiner ersten WM-Teilnahme seit 16 Jahren schafft Paraguay den Einzug in die K.-o.-Runde. Gegner ist Deutschland. Kapitän Gustavo Gómez stimmt sich vor dem Spiel mit kämpferischen Worten ein.Mit dem Glauben an die eigene Stärke geht Paraguays Kapitän Gustavo Gómez in das Sechzehntelfinale gegen Deutschland bei der Fußball-WM. „Wir sind zurückgekehrt, um zu konkurrieren, und wir werden bis zum Ende kämpfen. Wir haben Paraguay auf die Weltbühne gebracht!“, schrieb der 33-Jährige auf Instagram. „Es ist noch nicht vorbei.“Paraguay ist erstmals seit 2010 wieder bei einer WM-Endrunde dabei und qualifizierte sich als einer der acht besten Gruppen-Dritten für die K.-o.-Runde. In der treffen die Südamerikaner am Montag (22.30 Uhr/ZDF und Magenta TV) in Boston auf die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann.„Wenn wir zurückblicken, wissen nur wir die Schwierigkeiten, die wir auf dem Weg überwunden haben. Es waren harte Jahre, aber heute sind wir hier und kämpfen mit unserer Seele, um den Namen unseres Heimatlandes an der Spitze zu lassen“, meinte Abwehrspieler Gómez pathetisch. Wenn ein Paraguayer glaube, sei nichts unmöglich. „ZUSAMMEN SIND WIR STÄRKER!“, endete sein Post.Bislang traf Paraguay nur einmal bei einer WM auf ein DFB-Team. Im Achtelfinale 2002 in Südkorea gewann Deutschland mit 1:0.

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Fußball-Nationalmannschaft: Kimmichs spätes WM-Novum und ein alter Positionsstreit

113 Länderspiele hat Joshua Kimmich in zehn DFB-Jahren für Deutschland bestritten. Partie 114 wird für den Kapitän trotzdem zu einer Premiere. Das große WM-Thema ist aber mal wieder, wo er spielt.Acht Jahre musste Joshua Kimmich auf diesen Tag warten. Auf dieses persönliche WM-Novum. 31 Jahre alt musste der Kapitän werden, um nach zehn Jahren als Fußball-Nationalspieler in seinem 114. Länderspiel für Deutschland am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) gegen Paraguay bei seiner dritten Weltmeisterschaft erstmals ein K.-o.-Spiel bestreiten zu können. So schön diese Situation für Kimmich ist, unbeschwert geht der Bayern-Profi nicht in diese Premiere. Der Rucksack der WM-Desaster von 2018 und 2022 scheint in Amerika immer noch auf den Schultern des Bayern-Profis zu lasten. In der Gruppenphase agierte der Kapitän nicht so souverän und prägend, wie man es von ihm im Nationaltrikot gewohnt ist. Locker wirkt Kimmich nicht. Pünktlich zur entscheidenden Turnierphase ploppt dazu wieder der ewige Positionsstreit auf, wo Kimmich am wirkungsvollsten für die Nationalelf ist. Rechts hinten? Oder doch wie beim FC Bayern im Mittelfeld? Zumal nach dem 1:2 gegen Ecuador die Zweifel lauter werden an der Besetzung der Doppel-Sechs mit den Turnierneulingen Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha. Kimmich spielt da, wo ihn Nagelsmann hinstelltKimmich selbst reagierte nach der sportlich verschmerzbaren Niederlage nur noch genervt auf das Thema, das sowohl ihn als auch Bundestrainer Julian Nagelsmann immer wieder einholt. „Das ist einzig und allein die Entscheidung des Trainers. Und da, wo er das Gefühl hat, dass ich am besten weiterhelfen kann, wird er mich aufstellen. Und da spiele ich dann auch“, sagte Kimmich. Ende der Durchsage. Aber auch Ende der Debatte bei der WM? Nagelsmann hat zumindest für die erste K.-o.-Runde ein Schlusswort gesprochen. Pavlovic und Nmecha sollen auch im vierten WM-Spiel im Mittelfeld beginnen. „Ich will auf Felix und Pavlo nicht verzichten.“Auch Sportdirektor Rudi Völler wurde am Wochenende in Winston-Salem zum Dauerthema befragt. Und der 66-Jährige sagte zur ewigen Streitfrage: „Die Diskussion, die gab es schon immer. Weltklasse ist er auf der rechten Verteidigerposition, Weltklasse im zentralen Mittelfeld ist er auch.“ Völlers Ausweg lautete: „Am Ende entscheidet das Julian mit seinem Trainerteam.“Im Mittelfeld ist Kimmich mit dem Vereinskollegen Pavlovic top eingespielt. Der 22 Jahre alte Pavlovic offenbart in Amerika aber ungewohnte Mängel. Wie Kimmich mit dem dynamischen Dortmunder Nmecha harmonieren würde, dafür fehlen Erfahrungswerte. Nagelsmann beruft sich bei Kimmichs Positionierung auf die Heim-EM 2024: „Da war Jo ein Top-Rechtsverteidiger und in allen statistischen Werten mit Abstand der Beste auf der Position.“ Kimmich spielt quasi ein Hybrid-Rolle. In Ballbesitz wird er zum Spielmacher. „Da spielt er im Grunde die gleiche Position wie bei Bayern München, da kippt er auch immer nach rechts hinten“, erklärte Nagelsmann.  Kimmich geht es in Amerika nicht in erster Linie um seine Positionierung auf dem Platz, sondern um eine Korrektur seiner bislang verkorksten WM-Vita. Und dafür muss gegen den Gruppendritten Paraguay aus seiner Sicht insbesondere eine Sache unbedingt verbessert werden: „Wir dürfen nicht in jedem Spiel ein, zwei Gegentore bekommen und müssen die Ballverluste minimieren.“So sieht Völler den KapitänIn der K.o.-Phase soll auch wieder der ballsichere, defensiv zuverlässige und im Vorwärtsgang mit Torvorlagen glänzende Kimmich zu sehen sein. „Klar, auch er hätte gerne einen Tick besser gespielt in dem einen Spiel jetzt gegen Ecuador“, sagte Völler. Das war aber schon sein Maximum an Kritik. „Wir kennen alle Jo, der natürlich auch sehr verbissen ist. Aber er ist in jeder Hinsicht ein absoluter Top-Kapitän, ein Fahnenträger, wie ich gerne sage. Wir sind alle total zufrieden mit ihm, wie er sein Amt als Kapitän ausübt und wie er spielt.“Mit Blick auf ein mögliches Achtelfinale gegen die weltmeisterlichen Franzosen könnte die Positionsdebatte freilich neuerlich Schwung aufnehmen. Kimmichs Tempodefizite fielen schon gegen die Elfenbeinküste in Laufduellen mit dem Leipziger Yan Diomande auf. „Er ist ein anderer Außenverteidiger als Nene Brown, der eine enorme Geschwindigkeit hat“, merkte auch Völler an: „Aber er hat eine große Erfahrung und kann clever mit diesen Situationen umgehen.“Ein Geheimplan für FrankreichTrotzdem schwirrt schon eine Idee durchs DFB-Quartier. Um die Turbo-Offensive Frankreichs mit Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Désiré Doué und Bayern-Star Michael Olise zu stoppen, könnte Nagelsmann das System ändern. Dreierkette statt Viererkette in der Abwehr - und Kimmich doch vor ins Mittelfeld. Denn nach dem Ecuador-Spiel sagte Nagelsmann auch diesen Satz: „Im Fußball kann man nichts ausschließen, aber ein Wechsel ist akut nicht geplant.“ Akut heißt Paraguay - Kimmichs erstes K.o.-Spiel bei einer WM.

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Fußball-WM: „Einmal Hölle und zurück“ - Österreich erlebt WM-Wahnsinn

Viele hatten wegen der Gruppenkonstellation einen Langweiler erwartet. Doch beim Spiel Algerien gegen Österreich kommt alles anders. Die Beteiligten sind danach völlig fertig.Als Ralf Rangnick weit nach Mitternacht in hohem Tempo auf einem Golfcart durch die Mixed-Zone gefahren wurde, konnte er das zuvor Erlebte immer noch nicht fassen. Nach einer der verrücktesten Schlussphasen in der österreichischen Fußball-Geschichte steht das Team Austria bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko doch noch im Sechzehntelfinale und fordert dort am Donnerstag Europameister Spanien. „Einmal Hölle und zurück“, titelte die „Kronen-Zeitung“ nach dem WM-Wahnsinn von Kansas City.Vor der Partie gegen Algerien war viel über die Ausgangslage diskutiert worden, da beiden Teams ein Remis zum Weiterkommen reichte. Doch die Art und Weise, wie es mit der allerletzten Aktion im 72. und abschließenden Spiel der Gruppenphase zum 3:3 kam, hatte niemand vorhergesehen. In der dritten Minute der Nachspielzeit brachte Riyad Mahrez Algerien aus dem Nichts mit 3:2 in Führung und stürzte Österreich damit ins Tal der Tränen. Drei Minuten später köpfte der direkt nach dem Rückstand eingewechselte Sasa Kalajdzic das 3:3 und Österreich zurück in den Fußball-Himmel. „Ich habe im Moment keine Worte, sage ich ganz ehrlich. Ich glaube, so etwas habe ich so noch nie erlebt“, sagte Rangnick. „3:2 hinten, die Spielzeit ist eigentlich um. Wir kommen tatsächlich nochmal ins Spiel zurück. Wir sind im Moment einfach nur happy“, sagte Österreichs deutscher Trainer sichtlich gezeichnet.Österreichs Held Kalajdzic bei Jubel „geschubst und gedrückt“Nach dem Ausgleichstreffer stürzte sich gefühlt ganz Österreich auf Kalajdzic. „Der Jubel hat 15 Meter im Feld begonnen und am Ende war ich fast aus dem Stadion, so sehr wurde ich geschubst und gedrückt“, sagte der Angreifer. Als der Schiedsrichter nach dem Auflösen der österreichischen Jubel-Traube die irre Partie im Stadion der Kansas City Chiefs abpfiff, ließen sich die meisten österreichischen Spieler einfach auf den Rasen fallen. „Ich bin fix und fertig“, sagte Dortmunds Marcel Sabitzer.Nun wartet Titelkandidat Spanien auf den Gruppenzweiten Österreich, Algerien als Dritter trifft auf die Schweiz und damit auf den vermeintlich leichteren Gegner. Es passte zu diesem wahnwitzigen Fußball-Abend, dass Algerien, eigentlich der gefühlte Verlierer nach dem Last-Minute-Ausgleich, am Ende als gefühlter Gewinner aus der unvergesslichen Nacht von Kansas City hervorging.Vor 69.045 Zuschauern trafen Marko Arnautovic (28. Minute), Sabitzer (55.) und Kalajdzic (90.+6) für Österreich. Rafik Belghali (45.) und Riyad Mahrez (60./90.+3) erzielten die Tore für Algerien.Party in der Kabine„Wir haben Österreich den Atem angehalten - aber jetzt sollen sie alle schön weiter trinken“, sagte Sabitzer. Er und seine Teamkollegen tanzten nach dem Nervenkrimi ausgelassen durch die Kabine und schrien ihre Freude und Erleichterung heraus. „Das ist unfassbar“, sagte Kapitän David Alaba.Vor dem Spiel hatten viele auf ein Unentschieden spekuliert. Vor allem in Algerien war viel von der „Schande von Gijón“ die Rede. Bei der WM 1982 hatten sich Deutschland und Österreich nach der frühen deutschen Führung quasi auf eine Verwaltung des Ergebnisses geeinigt. Leidtragende waren damals die Algerier, die durch das deutsche 1:0 ausschieden.Beide Teams spielen nach vorne44 Jahre später konnte von einer „Schande von Kansas“ nicht die Rede sein. Ganz im Gegenteil. Mit der ersten guten Chance des Spiels ging Österreich durch Arnautovic in Führung. Nun waren die Algerier gefordert, eine Niederlage hätte schließlich das Aus bedeutet. Kurz vor der Pause kam Belghali in Position und schloss nach feinem Solo wuchtig ab.Nun stand Österreich wieder unter Druck. Ein weiteres Gegentor und das Team Austria hätte die Heimreise antreten müssen. Doch nach der Pause gingen die Österreicher durch Sabitzer wieder in Führung. Jetzt waren es wieder die Algerier, die gefordert waren - und erneut lieferten. Mahrez traf zum zweiten Mal zum Ausgleich und versetzte die vielen algerischen Fans in Ekstase.Irre SchlussphaseIn der Schlussphase spielten sich die Algerier den Ball eigentlich nur noch ungestört zu. Doch dann tauchte plötzlich Mahrez vor dem Austria-Tor auf und traf zum 3:2. Der in Saudi-Arabien für Al-Ahli spielende Stürmer hatte später fast das Gefühl, als müsse er sich für seinen Treffer entschuldigen. „Aber man muss den Ball und das Spiel respektieren“, sagte Mahrez. Er habe dieses Tor schießen müssen.Dass er sich später nicht noch weiter für seine eigentlich selbstverständliche Aktion erklären musste, lag an Kalajdzic und dem irren Ende eines verrückten Spiels. „BIST DU DEPPAT!“, titelte das Online-Magazin oe24.at.

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