BMW geht weiteren Schritt in Richtung Realtime Treasury
Das Treasury von BMW hat erstmals eine vollautomatisierte Devisentransaktion zwischen Deutschland und den USA abgewickelt. Dazu nutzten die Münchener eine Lösung von JP Morgan.
Liquidität soll bei BMW künftig jederzeit und überall verfügbar sein – diesem selbstgesteckten Ziel ist das BMW Group Treasury nun einen weiteren Schritt nähergekommen. Der Automobilkonzern konnte erstmals eine vollständig vorprogrammierte und automatisierte Devisenzahlung auf der Blockchain zwischen Frankfurt und New York abwickeln – und das innerhalb weniger Minuten. Dafür nutzte BMW eine Lösung von Kinexys, einem Blockchain-Netzwerk von JP Morgan.
Die grenzüberschreitenden Zahlungen erfolgen vollständig automatisiert über eine sogenannte Pull-Lösung: Das BMW-Treasury hat dafür Bedingungen, wie zum Beispiel eine Untergrenze eines Kontostands in den USA, auf der Kinexy-Plattform vordefiniert, deren Erfüllung eine automatisierte End-to-End-Devisentransaktion von Euro in US-Dollar auslöst.
Zahlungen außerhalb von Cut-off-Zeiten möglich
Die Transaktion über die Blockchain funktioniert dabei außerhalb der traditionellen Banköffnungszeiten und ohne manuelle Eingriffe. Die automatischen Devisentransaktionen können jedoch lediglich im Ökosystem von JP Morgan und nicht Cross-Bank, also zwischen Konten verschiedener Banken, abgewickelt werden.
Akshika Gupta, Global Head of Client Services für Kinexys Digital Payments bei Kinexys, teilt in einer Pressemitteilung zur neuen Lösung mit: „Wir sind stolz darauf, globalen Unternehmen dabei zu helfen, die kombinierten Vorteile programmierbarer Zahlungen und einer rund um die Uhr verfügbaren On-Chain-Devisenabwicklung zu nutzen.“
Auch andere deutsche Konzerne nutzen bereits Zahlungsverkehrslösungen von Kinexys. So hat beispielsweise Siemens im Oktober über Kinexys Digital Payments grenzüberschreitende Zahlungen in US-Dollar und Euro über die Blockchain nahezu in Echtzeit abgewickelt. Die Münchener nutzen das Angebot der Plattform, die bis November 2024 unter dem Namen Onyx bekannt war, bereits seit 2021. Damals integrierte Siemens Kinexys Digital Payments in seine Treasury-Management-Plattform. Im Jahr 2023 setze Siemens dann erstmals die programmierbare Zahlungslösung von Kinexys ein.
Laut Angaben von Kinexys ist die aktuelle Transaktion von BMW nun die erste ihrer Art, bei der die Blockchain-Einlagenkonten von Kinexys Digital Payments zum Einsatz kommen. Sie stelle damit einen wichtigen Schritt vorwärts dar, um den Devisenhandel durch vollständig automatisierte Anweisungen auf die Blockchain zu bringen.
Pilotprojekt mit der Deutschen Bank
„Wir setzen eine strenge Roadmap für das Echtzeit-Treasury auf der Grundlage der Blockchain-Technologie und anderer technologischer Innovationen um“, teilt Stefan Richmann, Leiter des Treasury der BMW Group, mit. „Die allererste vollautomatisierte und programmierbare Zahlung stellt für uns einen großen Fortschritt dar und wird es uns ermöglichen, Zahlungsprozesse schneller und nahtloser zu gestalten.“
Für das BMW-Treasury ist es nicht die erste Innovation im Cash Management in diesem Jahr. Erst im November hatte der Automobilkonzern ein Pilotprojekt im Zuge der „Roadmap zum Realtime Treasury“ mit der Deutschen Bank umgesetzt. Konkret testete BMW, nach der deutschen Cut-Off-Zeit eine Summe in Euro von einem Deutsche-Bank-Konto in Deutschland auf ein US-Dollar-Konto von BMW bei einer Drittbank in den USA zu transferieren.
Als Austauschkanal diente die bestehende Swift-Konnektivität, so dass keine internen Prozesse bei BMW angepasst werden mussten. Im Gegensatz zur Lösung von JP Morgan ist diese Lösung nicht auf eine Empfängerbank in den USA limitiert. Alle US-Banken, die das Fed-Clearing erreicht, können technisch eingebunden werden.
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