PwC fokussiert sich auf Stablecoins
PwC will künftig stärker auf Kryptothemen wie Stablecoins setzen. Auch in Deutschland beobachtet das Big-Four-Haus einen „Push“.
Der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsriese PwC fokussiert sich künftig verstärkt auf das Thema Krypto und damit auch auf Stablecoins. Laut einem Artikel in der „Financial Times“ plant das Unternehmen, in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Beratung aktiv zu werden. Stablecoins sind Kryptowährungen, die an reale Werte wie den US-Dollar, den Euro oder Rohstoffe gekoppelt sind. Dies könnte Stablecoins zu einer ernsthaften Alternative für das Corporate Treasury im internationalen Zahlungsverkehr machen. Grundlage ist die Distributed-Ledger-Technologie, zu der auch die Blockchain gehört. Stablecoins werden als Ergänzung oder sogar als Konkurrenz zu digitalem Zentralbankgeld (CBDC) gehandelt.
Stablecoins: Deutsche Unternehmen sind interessiert
US-Präsident Donald Trump fördert den Kryptosektor und Stablecoins mit seiner zweiten Amtszeit. Zudem hat das American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) kürzlich einen Leitfaden zur Nutzung von Asset-backed Tokens veröffentlicht, die an Fiat-Währungen gebunden sind.
Konstantinos Dagianis, Partner und Leiter des Bereichs Digital Assets bei PwC in Deutschland, bestätigt gegenüber dieser Publikation, dass das Thema Krypto momentan auch hierzulande einen „Push“ erlebe. PwC biete schon länger Dienstleistungen im Bereich Wirtschaftsprüfung und -beratung im Kryptosegment an, hinzu kämen auch die Bereiche Tax, Legal oder Forensics, wie er betont. „Bis vor zwei Jahren sind wir das Thema Krypto mit Augenmaß und entlang der regulatorischen Entwicklungen angegangen; inzwischen begleiten wir zahlreiche Projekte, die das Ziel haben, die Technologie gewinnbringend und compliant einzusetzen“.
„Bis vor zwei Jahren sind wir das Thema Krypto mit Augenmaß angegangen; inzwischen begleiten wir zahlreiche Projekte.“
Konstantinos Dagianis, PwC
Vor allem der Bereich Tokenisierung sei momentan interessant. Dabei gehe es vor allem um die darunterliegende Distributed-Ledger-Technologie. Diese sei nach rund zehn Jahren nun wirklich gereift und biete Industrieunternehmen etwa im Zahlungsverkehr oder bei der Tokenisierung von Assets Mehrwert, so Dagianis.
Nachfrage könnte aus den USA kommen
Die Entwicklungen in den USA sind auch für hiesige Treasurer von Relevanz, da Stablecoins insbesondere für Unternehmen mit US-Geschäft bald eine wichtige Rolle spielen könnten. Sarah Rentschler-Gerloff von der Beratung Convista rechnet damit, dass einige US-Unternehmen bald auf Stablecoins als Zahlungsmittel umsteigen werden, wie sie gegenüber DerTreasurer vor wenigen Wochen erklärte.
Entscheidend sei dabei auch die Bilanzierung: „Unternehmen müssen klären, ob Stablecoins je nach Verwendungszweck als Asset oder Investment verbucht werden. Das könnte weitreichende Auswirkungen auf die Exportfinanzierung haben.“
Zeige mehr